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Anna-Siemsen-Schule

Projektbericht: Die Serienfertigung von Etuikleidern

Die Absolventinnen und Absolventen der 2-jährigen Berufsfachschule „Assistentin/Assistent für Mode und Design“ haben im Rahmen eines Projektes achtzehn Etuikleider (s. Abbildung 1) in drei Größen mit Serienfertigung produziert.

1. Bild: Schüler/innen während der Fertigung der Etuikleider.

2. Bild: Duygu, Jill und Jasper schneiden die Teile zu.

3. Bild: Leona, Sarah und Jasper präsentieren das erste Modell!

Ziel dieses Projektes war, die Arbeitsabläufe einer industriellen Bekleidungsfertigung abzubilden.

Zunächst wurde der Projektplan in allen Schritten von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet (s. Abbildung 1). Zur Schnittgewinnung, Zuschnitt und Einrichtung gehörten die folgenden Arbeitsschritte:

-     Schnittkonstruktion mit der Grafis Software (gefördert durch die Wilhelm-Loch-Stiftung),

-     Schnittbildlegung (s. Abbildung 3),

-     Zuschnitt unter industriellen Bedingungen mit Einsatz von Kreis- und Stoßmessern. (s. Abbildung 4)

-     Einrichtung / Etikettierung mit Parnier-Etikettierzange und

-     Einsatz von rationellen Anzeichen-Methoden.

Für den kontinuierlichen Arbeitsablauf in der Fertigung wurden die Arbeitsschritte und Verantwortlichkeiten zur Fertigung der Kleider wie in einem Produktionsband eingeteilt: Zu den Aufgaben gehörten die Funktionen der

-     „Näher/innen“,

-     „Bügler/innen“,

-     „Springer/in“,

-     „Zeitnehmer/in“,

-     „Bandleitung“ und

-     „Qualitätskontrolle“ (s. Abbildung 5).

Die Schülerinnen und Schüler haben diese Schritte selbst eingetaktet und kontinuierlich gewechselt. Durch die rollierenden Arbeitsprozesse konnten die Schülerinnen und Schüler in Bezug auf die Serienfertigung ihre fachlichen Kompetenzen erweitern und den Blick für eine spätere Berufstätigkeit schärfen.

Nach der Fertigung durchliefen die Kleider die Endkontrolle und wurden mit dem selbst kalkulierten Preis ausgezeichnet. Parallel wurde bereits an einem Marketingkonzept gearbeitet, so dass die Kleider an den schuleigenen Anna-Shop der Schule zum Verkauf geliefert werden konnten. (s. Abbildung 6)

Dieses Projekt „Serienfertigung von Etuikleidern“ konnte so erfolgreich und effizient durchgeführt werden, da die Ausstattung des Maschinenparks der textilen Abteilung der Anna-Siemsen-Schule auf sehr hohem, insbesondere industriellem, Niveau angesiedelt ist. Der Maschinenpark umfasst Schnellnäher mit Druckluft sowie eine Vielzahl von Spezialmaschinen, wie Knopflochautomaten, Überwendlichstichmaschinen in unterschiedlichsten Ausführungen, Kettenstichmaschinen, Unterdeckstich­maschinen, Bügelanlagen und Pressen. Im letzten Jahr konnte die Software Ausstattung mit einem textilen Schnittkonstruktionsprogramm erweitert werden.

Der Schwerpunkt dieses Projektes spiegelt sich im berufsbezogenen Lernbereich – Praxis mit den Lernfeldern

-     Charakterisieren und Prüfen von Werkstoffen,

-     Planen von Arbeitsaufträgen und

-     Entwerfen und Herstellen von Modellen wieder.

Als handlungsorientiertes Projekt wird der berufsbezogene Lernbereich – Theorie – mit den Lernfeldern

-     Planen und Fertigen eines Bekleidungsstückes,

-     Computergestütztes Konstruieren von Modellen,

-     Konstruieren von Grund- und Modellschnitten sowie

-     Planen und Gestalten von Mode integriert.

Die Schülerinnen und Schüler haben die Unterschiede zwischen industrieller und handwerklicher Fertigung (hier z. B. Modenschaumodell) intensiv erfahren. Dabei erlernten sie neue Fertigungsmethoden und setzten diese um.

Darüber hinaus konnten die Schüler und Schülerinnen während des Projektes ihre Teamfähigkeit und ihr Durchhaltevermögen stärken und ebenso die Übernahme von Verantwortung weiter entwickeln.

Durch diese moderne und vielfältige Ausbildung werden die Schülerinnen und Schüler optimal auf die Anforderungen der textilen Berufswelt vorbereitet.